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Download Demokratisierung und sozialer Wandel in der Bundesrepublik by Klaus Allerbeck PDF

By Klaus Allerbeck

Die bisherige Geschichte der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland scheint einzigartige Moglichkeiten zu bieten, professional­ zesse sozialen Wandels ernpirisch zu untersuchen, welche in al­ len gesellschaftlichen Bereichen - wenn auch in unterschiedli­ chern Ausmru~ - sichtbar wurden. Neben okonomiscnen Wandlungspro­ zessen, Strukturveranderung und Wirtschaftswachstum sind be­ sonders die politischen Veranderungen in der Bundesrepublik herausragend: Die (Wieder-) Einflihrung der Demokratie in einer fortgeschrittenen Industriegesellschaft wahrend eines sehr kur­ zen Zeitraums hat kein Vorbild. Anders als in frliheren Perioden, in denen groBere institutio­ nelle Veranderungen stattfanden, steht seit der Entwicklung zu­ verlassiger Stichprobenverfahren und regelmaBiger systematischer Erforschung der Meinungen und des Verhaltens der Bevolkerung ein umfangreiches Beobachtungs- und MeBinstrumentarium zur Ver­ fligung. So ware es von der technischen Voraussetzung her moglich, liber die Rolle der Masse der bevolkerung in Prozessen von sozia­ lern Wandel und politischer Veranderung gesicherte Aussagen auf empirischer Grundlage zu machen. Schon eine oberflachliche Betrachtung leicht zuganglicher Da­ ten (wie Wahlergebnisse oder publizierte konventionelle Urnfra­ geforschung) zeigt beachtliche Veranderungen von Einstellungen und Verhalten der Bevolkerung in einer Vielzahl von Bereichen, so z.B.: - langfristige Veranderungen im Wahlerverhalten, welche bei der Bundestagswahl 1969 einen Schwellenwert erreichten; - eine Abnahme antidemokratischer Einstellungen zeigt sich beim Vergleich von Urnfrageergebnissen weit voneinander entfernter Zeitpunkte, wahrend gleichzeitig in den 60er Jahren eine rechtsradikale Protestpartei zum erstenrnal in der kurzen Ge­ schichte der Bundesrepublik bedingt erfolgreich battle; - einen Abbau von Unterschieden traditionell gegensatzlicher sozialer Gruppen. wahrend zugleich die haufig als Generations­ konflikt verstandenen Unruhen von Jugendlichen das Aufbrechen von Spannungen neuer artwork anzeigen.

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In den Zellen der so definierten Tabellen sind die relativen H~ufigkeiten (Prozents~tze) bestimmter Merkmalsauspr~­ gungen in diesen Altersgruppen zu diesen Zeitpunkten einzutragen. Kohortenanalyse stellt nur eine bestimmte Form der Betrachtung dieser Daten dar, welche durch andere Vergleiche der Daten erg~nzt werden kann. Der Vergleich nur innerhalb der Spalten entspricht der Aufgliederung des Datenmaterials nach Alter zu einem Zeitpunkt. Bei einem Periodenvergleich werden die Zellen innerhalb derselben Zeilen miteinander verglichen.

Mi£t man kirchliche Bindungen durch solche verhaltensbezogenen Indikatoren wie Kirchgangshaufigkeit, so ergibt sich kein Rilckgang kirchlicher Bindungen in der GroBenordnung, die das Nachlassen kirchlicher Bindungen als Ursache des Verlustes der CDU/CSU an die SPD plausibel machen konnte. Ebenso ist die Vermutung erheblicher Ausweitung des EinfluBbereichs der die SPD fordernden intermediaren Instanzen unzutreffend. Ferner sind andere mogliche Veranderungen der Zusammensetzung der Wahlerschaft in den Jahren seit GrUndung der Bundesrepublik zu bedenken.

Der Jugendsoziologe Frank Musgrove z. , der zu denen gehort, die Vorstellungen von der NatUrlichkeit des Jugendalters am nachdrucklichsten bestritten haben, verwendet nichtsdestoweniger zuweilen derartige quasinatUrliche Kategorien, wenn er z. B. davon schreibt, daB die moderne Jugend (1964) oft "in Gefahr sei, sich mit 20 so zu benehmen wie vorsichtige alte Minner". Und wie sehr diese normativen Erwartungen akzeptiert sind, zeigen auch viele andere jugendsoziologische Untersuchungen aus den 50er Jahren und Anfang der 60er Jahre.

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