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Download Dynamik von Armut: Dauer und biographische Bedeutung von by Petra Buhr PDF

By Petra Buhr

Mit dieser Untersuchung wird das erste größere empirische Ergebnis der Bremer Forschungen zu "Wegen durch die Sozialhilfe" vorgelegt. Die Arbeit konnte dabei auf Daten zurückgreifen, die bislang in Deutschland nicht zur Verfügung standen: anonymisierte Verwaltungsdaten über die Hilfe zum Lebensunterhalt im Rahmen der Sozialhilfe, die über einen längeren Zeitraum ("Sechs-Jahres-Fenster") im Längsschnitt ausgewertet werden konnten. Damit ist eine reine Querschnittperspek­ tive, wie sie etwa auch der bisherigen Sozialhilfestatistik zu Grunde liegt -für die es gleichgültig ist, ob von einem Jahr auf das andere alle Sozialhilfeempfanger die­ selben geblieben sind oder ein hundertprozentiger Austausch stattgefunden ha- beispielhaft und in größerem Umfang überwunden worden. Theoretisch liegt der entscheidende Fortschritt dieser Arbeit darin, daß in ihr das challenge der "Dauer" erstmals konzeptionell systematisch durchdacht und zu­ gleich empirisch angegangen wird. Die Leistung ist theoretisch für die Soziologie wie - used to be die Resonanz schon zeigte (vgl. BuhrlLeibfried 1993) -für die Praxis der Sozialhilfe von Bedeutung. Es wird ein zeitlich differenziertes Spektrum von Sozialhilfebezug entfaltet, ein Spektrum, das normalerweise in einem "Dauer­ Eintopf' untergeht: In diesem Eintopf werden meist zwei Arten von Zugaben verrührt: Dauer wird meist gar nicht unmittelbar angesprochen, sondern es wird unterstellt, daß ein im Querschnitt gefundener Zustand stabil bleibt und er auch für Daueraspekte überhaupt aussagekräftig ist. Dauer wird zudem als "Langzeitbezug" zum Normalfall stilisiert und zum eigentlichen challenge erklärt.

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Die Bildung von Zeit- oder Dauertypen hat gegenüber kontinuierlichen Analysen den Nachteil, daß die Komplexität von Armutsverläufen verringert wird zumindest was die Dimension der Dauer angeht. Vorteilhaft ist, daß Dauer unmittelbar mit einer zusätzlichen Dimension, etwa Kontinuität, kombiniert werden kann, was bei kontinuierlichen Analysen nicht ohne weiteres möglich ist. Auch die oben dargestellten lebenslaufbezogenen Dauerkonzepte können die gesamte Komplexität von Sozialhilfeverläufen nicht abbilden, da sie nicht unmittelbar erkennen lassen, ob sich die Gesamtdauer aus einer oder mehreren Episoden zusammensetzt.

Nach welchen Kriterien sollen Kurz- und Langzeitbezug voneinander abgegrenzt werden? Diese Aspekte wurden in den bisherigen Armutsstudien weitgehend vernachlässigt. 1 Auswirkungen unterschiedlicher Dauerkonzepte Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die Dauer einzelner Episoden von Armut bzw. einzelner Bezugszeiträume von Sozialhilfe zu untersuchen oder aber mehrere Episoden zusammen zu betrachten und die Gesamtdauer von Armut oder Sozialhilfebezug zu messen. Eine Betrachtung einzelner Episoden soll als "Episodenkonzept" , eine Berücksichtigung mehrerer Episoden als "lebenslaufbezogenes Konzept" bezeichnet werden.

Der dritte Prozeßtyp, staatliche , Dauer-Alimentierung' , ist nur insoweit eine Form wohlfahrtsstaatIicher geschaffener Armut, als der Wohlfahrtsstaat durch Transfers bei rechtlich definierten individuellen Problemlagen das Spektrum möglicher Versorgungsoptionen erweitert. Lang anhaltende Problemlagen führen zu entsprechend längerfristigen Zahlungen, ohne daß während des Bezugszeitraums eine Klientelisierung stattfinden müßte" (Leisering/Voges 1992: 455). ' verstanden werden, die sich anderenfalls selbst helfen könnten.

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