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By Claudia Schirrmeister

Geheimnisse sind sehr eng mit der Persönlichkeit des Menschen verbunden. Sie können seinem Schutz dienen, ihm Sicherheit vermitteln, sie können ihn aber auch schmücken und seiner individual Sozialprestige und Respekt verleihen. In jedem Fall jedoch grenzen Geheimnisse den wissenden Geheimnisträger vom nicht-wissenden Außenstehenden ab und strukturieren so die shape und die Qualität sozialer Beziehungen sowohl auf der Mikro- als auch auf der Makroebene.

Claudia Schirrmeister setzt sich eingehend mit dem Geheimnis und seinen Erscheinungsformen auseinander. Sie untersucht Strategien des Verheimlichens (z.B. Lügen) und wie sich Geheimnisse in der Kommunikation "zeigen". Dabei stellt sie die Relevanz und Bedeutung der Verteilung von Wissen und bewusstem Verhindern von Wissen für soziale Beziehungen heraus. Sie beleuchtet u.a. die moralische Ambiguität des Geheimnisses in seinen illegitimen und in seinen legitimierten, institutionalisierten Formen und berücksichtigt ebenso sein Pendant, die Enthüllung, die z. B. als freiwillige Selbstoffenbarung, im Klatsch oder im Skandal geschieht.

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Ein Beispiel von WarrenlLaslett (1977, 45) veranschaulicht den Unterschied zwischen Privatem und Geheimem: ,,Most married couples seek privacy for sexual interaction, but the existence of their sexual relationship is not hidden as it is in the case of the homosexual". re in diesem Ansatz unter die Privatheit subsumiert werden. 32 an den Tag, die er beim Ruckhalt rein privaten Wissens nicht zu vollziehen hat bzw. nicht vollziehen wiirde. 1m Gegensatz zum Privaten ist das Geheimnis von keiner Sphare umschlossen, es ist vielmehr punktuellen Charakters, sprich, es grenzt gezielt konkretes Wissen aus.

Provokationen, gemeint ist hier das bewusste Aussprechen von Wissen, das eigentlich nicht gewusst werden darf, befreien zwar schlagartig von aufkommender Langeweile in der Kommunikation, beeintrachtigen jedoch - besonders in hohen Dosen - gewaltig den sozialen Frieden und werden im nachhinein zumeist auch yom Provokateur wider Willen als Peinlichkeit empfunden, scheint dieser doch den Eindruck hinterlassen zu haben, nicht zu wissen, "was sich gehort". Der Volkmund spricht von einem "Tritt ins Fetlnapfchen", bei dem der "Tater" seibst die Balance verliert.

96, Anmerk. 10) zur "seiektiven Mitteilung". , 24), in diesem Sinne modifiziert es die Kommunikation, ohne als solches ausdrlicklich einer Erwiihnung zu bedtirfen. Die zeitliche Komponente nimmt dabei eine wesentliche Rolle ein: Der Geheimhaltende bestimmt schlieBlich darliber, zu welchem Zeitpunkt er sein zuruckgehaltenes Wissen mitteilt. "Man kann tiber Zeit verrugen, wenn und soweit man schweigen kann" (LuhmannIFuchs 1989, 106, Hervorheb. ). Joachim Westerbarkey (1991, 23) definiert Geheimhaltung als "Nicht-Information wider Erwarten".

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